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Reisebericht Südostasien 1985 Bali/Lovina

Dienstag 09.04.1985

Bali Karte mit Lovina Wir standen einigermaen frh auf, um noch rechtzeitig mit dem Bus nach Banyuwangi zu kommen. Die Becakfahrt zum Busbahnhof zog sich endlos, und wir hatten das Gefhl an den Abgasen zu ersticken. Wir kamen dennoch am Busbahnhof an, wo ein frchterliches Durcheindander herrschte und wir fuhren dann um 11:00 mit dem Bus ab. Die Busfahrt war schn aber endlos. Der Bus hielt an jeder Milchkanne und meine Vorstellung von einer berfahrt nach Bali im Abendlicht konnte ich vergessen. Als wir um halb sieben zu Fhre kamen, war es stockduster, aber wir hatten noch Glck, die Fhre fuhr fast sofort los. Die Fahrt dauerte nur eine halbe Stunde, dann ging es noch ein Stck mit einem Pferdewagen zum Busbahnhof. Dort stand nur ein Bemo nach Lovina und es wurde das Doppelte vom blichen Fahrpreis verlangt. Aber dadurch, dass es so spt war, mussten wir darauf eingehen, wenn wir nicht in Gilimanuk versauern wollten.
So gegen 21:00 kamen wir dann im Hotel Perama an, das uns von Mad aus dem Cikini Hotel in Jakarta empfohlen worden war. Als die Leute hrten, dass wir von Mad kmen, waren sie sehr erfreut. Der netteste von denen war Toni. Das Hotel war sehr einfach, aber sauber und fr den nchsten Tag wurde uns ein Zimmer mit Bad versprochen. Erstmal mussten wir die Gemeinschaftsdusche benutzen.

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Mittwoch 10.04.1985

Wir sind umgezogen in ein Zimmer mit eigenem Bad, allerdings hatte es auch keinen Schrank, aber wir haben einfach den Wschestnder vom alten Zimmer mitgenommen. Das Hotel hat einen hbschen Garten mit groer Wiese und eine niedliche Kneipe mit ausgesprochen netten Leuten.
Anschlieend sind wir dann ans Meer gegangen, rechts neben dem Hotel ging ein Weg zu einem Fischerdorf mit Hngebauchschweinen und vielen Hhnern. Auerdem war da noch ein Bungalow Hotel, aber es sah mir doch etwas verkommen aus, unser Hotel war auf jeden Fall schner.

Hotel Perama Hotel Perama

Der Strand ist ziemlich dunkelgrau und machte auch keinen sehr sauberen Eindruck. Grere Mengen kleiner Einsiedlerkrebse hetzten ber den Strand, auerdem lagen eine Menge "Schtze" herum, Korallen, Muschel und Museschdel. Das Wasser sah etwas trbe aus, das lag wohl auch an dem Fischerdorf, dessen Einwohner ihre Abflle einfach ins Meer werfen. An einer Flussmndung kamen wir dann nicht weiter und machten kehrt.

Bali Lovina Bali Lovina

Nachmittags sind wir in die nahegelegene Stadt Singaraya gefahren. Mit dem Bemo so ungefhr 7 km von Lovina (Anturan).
Singaraya ist die grte Stadt Nordbalis (15000 Einwohner, wirkt aber kleiner), im 14. Jahrhundert Knigssitz mit zeitweiligem Einfluss bis Kintamani. Die Hollnder standen ab dem 17. Jahrhundert in Handelsbeziehungen mit den Raja von Singaraya, begannen 1842 von hier aus die Eroberung Nordbalis und machten Singaraya zu ihrem Verwaltungszentrum fr Nusa Tenggara. Ab 1848 befand sich Nordbali fest in hollndischer Hand. Singaraya prsentiert sich heute als sympathische kleine Stadt, grozgig angelegt.
Unser Bemo fuhr uns bis zum blichen indonesischen Busbahnhof, etwas abseits gelegen, damit auch die Becaks und Tuk-Tuks eine Chance haben. Wir sind dann bis zum Zentrum gelaufen. Zuerst machten wir uns auf die Suche nach der Post, um Briefmarken zu kaufen, was uns auch gelang, zwar nicht ganz die richtigen, denn 100 Rp Marken waren ausverkauft, und wir mussten 110 Rp Marken nehmen. Auerdem wollten wir einen Telefonversuch nach Deutschland starten, aber dafr war das Telegrafenamt zustndig. Als ich hrte, dass 3 Minuten 80 DM kosten, verzichtete ich grozgig aufs Telefonieren.

Bali Lovina Bali Lovina

Wir gingen in die Geschftsstrae zurck, und ich konnte fr 6000 Rupien ein Paar bequeme Sandalen erstehen. Anschlieend lieen wir uns in einer Mischung aus Restaurant und Warung (=kleiner Imbissstand) nieder um etwas zu trinken, mit Blick auf einen kleinen Warung, der kstlich aussehende waffelhnlich eierkuchenartige Dinger herstellte, die noch eine Kruter - Eier- Fllung enthielten. Die Indonesier kauften die Dinger wir doll und verrckt, und wir probierten schlielich auch. jeder gleich zwei Stck und sie waren dann so kstlich wie sie aussahen.
Mit einem Bemo fuhren wir zurck zum Hotel und mussten wieder einmal feststellen, dass ein Bemo nie voll ist.

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Donnerstag 11.04.1985

Nach Ausschlafen und ausgiebigem Frhstck wollten wir uns zum Strand aufmachen, aber erstmal mussten wir feststellen, dass die Australier mitsamt Wolfgangs Handtuch abgereist waren. Wir machten uns dann trotzdem auf den Weg zum Strand und fanden auch ein schattiges Pltzchen unter einer Palme. Pausenlos tauchten irgendwelche Leute auf, setzten sich einen Moment in unsere Nhe und gingen wieder. Das Wasser war unheimlich warm und es kam mir dann gar nicht mehr schmutzig vor. Wahrscheinlich sah es nur wegen des dunklen Strandes so grau aus. Nach dem Bad mussten wir feststellen, dass man sich auch im Schatten einen Sonnenbrand holen kann, wenn man die Sonnencreme nur spazieren trgt und ihr die Gegend zeigt.

Strand bei Lovina Strand bei Lovina

Wir gingen am Strand zurck, weil wir nicht wieder die Strae entlang laufen wollten, und kamen an einen grnen undurchsichtigen Fluss, durch den wir hindurch mussten. Als uns ein Mann entgegenkam, der nur bis zu den Knien im Wasser verschwand, wagten auch wir die Durchquerung. Kurz danach floss ein brunlicher undurchsichtiger Fluss zum Meer. Er schien doch wesentlich tiefer und sah sehr unappetitlich aus.
Ein Stckchen weiter badete eine Frau und zeigte uns, wo wir durchwaten knnten. Wolfgang ging vorne weg, als ich schon ein Stck im Wasser war, schwamm ein groer Sch...haufen an mir vorbei und schlielich war ich fast bis zum Bauchnabel in der trben Brhe. Es war furchtbar eklig und mir fielen sofort alle Pilzerkrankungen der Welt ein. Der Gang durch das hbsche Fischerdorf konnte mich gar nicht so recht begeistern, weil ich mich nur nach einer Dusche sehnte.
Zum Abendessen gab es kstlichen Fisch mit einem Riesenkopf, der auf indonesische Art zubereitet (gebraten) war. Unheimlich knusprig und sehr lecker. An dem Abend verabredeten wir mit Mad, dem Hotelmanager, dass er uns am nchsten Tag die Umgebung zeigen wollte, mit seinem Minibus, und wir sollten nur den Sprit bezahlen.

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Freitag 12.04.1985

Wir starteten um 8:00 und fuhren ber Singaraya ca. 10 km nach Kubutambatam und wollten dort den Tempel besichtigen, aber er war leider geschlossen, also fuhren wir noch ein Stck weiter zu einem anderen Tempel (Pura Ponjok Batu), der neben der Strae lag, die etwas erhht am Meer entlang fhrte. Anschlieend ging es weiter nach Yeh Sanih ca. 20 km von Singaraya. Dort gibt es einen natrlichen Swimming Pool mit sehr klarem und khlen Swasser. Wolfgang strzte sich in die khlen Fluten, aber ich zog etwas spter das nahe warme Meer vor.

Yeh Sanih Strand bei Yeh Sanih

Wir tranken noch etwas im Restaurant, dann ging es wieder zurck nach Kumbutambatan und diesmal hatte der "Tempel des Herrn, dem die Erde gehrt" (Pura Medruwe Karang) geffnet. Hier bitten die Dorfbewohner um eine gute Kaffee- und Maisernte. Im Tempel gibt es Reliefs, die menschliche Szenen darstellen, unter anderem der bekannte Radfahrer, dessen Gefhrt Rder aus Blumen besitzt.

Pura Medruwe Karang Pura Medruwe Karang

Dann ging's zurck nach Singaraya, von dort ein Stck auf der Strae nach Denpasar zu einem Wasserfall. wir mussten von der Strae noch ungefhr 20 Minuten laufen, einen schmalen Pfad entlang durch sehr nach Dschungel aussehendes Gelnde. Der Wasserfall allerdings war kleiner als erwartet. Dann fuhren wir nach Brahma Vihara einem hbschen Buddhistischen Kloster, in dem heute nur noch ein Mnch lebt.

Brahma Vihara Brahma Vihara

Als wir ins Hotel zurckkamen, hatten wir irgendwie den Eindruck, dass Mad ein wenig sauer war, vielleicht hatte er sich irgend etwas anders vorgestellt. Wir fuhren mit einem Bemo nach Singaraya, holten uns am Warung wieder diese Eierkuchendinger und trabten wieder zum Telegrafenamt, diesmal mit erfolgreichem Telefonversuch. Wir gingen dann zur Hauptstrae zurck, aber es war fast nichts mehr los. In den anderthalb Stunden hatte sich der ganze Trubel verzogen. Und ein Bemo war auch weit und breit nicht zu sehen. Irgendwelche nicht sehr vertrauenerweckende Mnner meinten dann auch, dass kein Bemo mehr nach Lovina fhrt und boten uns an, uns mit dem Motorrad zu fahren. Das war uns aber doch ein bisschen unheimlich und wir machten uns auf in Richtung Busbahnhof, in der Hoffnung dort noch ein Bemo zu finden. Notfalls knnte man ja auch die 7 km nach Lovina laufen. Wir waren noch gar nicht weit gekommen, da tauchte ein Bemo auf, ein Stck weiter stieg dann noch ein deutsches Prchen zu, die sich auch schon aufs Laufen eingerichtet hatten, denn sie hatten auch die Motorradfahrer getroffen.

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letzte Änderung: 20.11.2017 · Copyright © 2003 - 2018 by Angelika Rosenzweig