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Reisebericht Frankreich 2010 Blois

Mittwoch 08.09.2010

Frankreich Karte mit Blois Wegen des Wetters wollten wir auch nicht lnger am Meer bleiben und so brachen wir gegen 10 Uhr auf.
Zunchst wollten wir zum Futuroscope bei Poirtiers, so nach dem Motto: kann man auch bei Scheiwetter machen. Unterwegs wurde das Wetter besser und so fuhren wir doch weiter zur Loire, nach Blois, wo wir gegen 15 Uhr ankamen.
Im Reisefhrer war uns das Hotel "Le France" empfohlen worden, aber dort gab es nur noch ein winziges, sehr dsteres Zimmer im 2. Stock, dann fragten wir im Hotel Ibis, aber auch dort nur ein sehr kleines, aber dafr sehr teures Zimmer und sehr unfreundliche Frau an der Rezeption. So suchten und fanden wir zunchst mal das Tourist Bro, bekamen dort einen Hotelwegweiser und einen Stadtplan und kauften dort auch noch den Michelin Reisefhrer der Loireschlsser.
unser Hotel in Blois In einer Kneipe am Schloss, bei einem Bier gingen wir dann das Hotelverzeichnis durch und suchten uns ein paar Hotels aus, zentral sollten sie liegen und auch nicht berteuert sein. Die erste Wahl war ein Logis de France Hotel, hbsch direkt an der Loire gelegen, aber leider ausgebucht, das nchste Hotel hatte auch schon das Schild "Complet" an der Tr hngen. Direkt gegenber gab es dann noch ein kleines Hotel, das im Verzeichnis nicht eingetragen war, aber dort gab es noch ein Zimmer, sehr einfach und klein, aber netter Blick auf den Bahnhof von Blois und nur fr 46 Euro, das Zimmer war auch hell und freundlich, die Besitzerin war auch nett und so nahmen wir das Zimmer.
Wir packten unseren Krempel aus und gingen dann wieder ins Zentrum zu Fugngerzone und suchten ein Restaurant, tranken zunchst in einer Pizzeria ein Pression, wollten aber nicht italienisch essen und suchten noch ein anderes Restaurant, es waren aber merkwrdigerweise alles Pizzerien. Also dann doch Pizzeria.
Die Auswahl auer Pizza wie blich Steak, Entenbein oder Muscheln. Also gab es mal wieder ein Entenbein und fr Rolf ein Steak. Es schmeckte ganz gut, war aber nichts besonderes. Nach dem Essen zum Digestif setzten wir uns nach drauen, war zwar nicht kuschelig aber auch nicht zu kalt. Am Nachbartisch sa ein deutsches Prchen aus Rostock, mit denen wir ins Plaudern kamen. Da es wieder anfing zu regnen, bestellten wir noch etwas zu trinken und als es wieder aufhrte konnten wir trocken nach Hause ins Hotel gehen, wo wir erst kurz vor 23 Uhr ankamen.

der Bahnhof in Blois das Schloss in Blois

Blois ist der Verwaltungssitz der Prfecture des Dpartements Loir-et-Cher in Frankreich an den Ufern der Loire zwischen Orlans und Tours. Die Stadt hat etwa 50.000 Einwohner.
Das berhmte Schloss Blois, ein Chteau aus der Renaissance, das einst von Knig Ludwig XII. bewohnt wurde, befindet sich in der Stadtmitte. Eine weitere Sehenswrdigkeit ist die aus dem 18. Jahrhundert stammende Steinbrcke, die sich ber die Loire spannt. Viele Treppen durchziehen die Stadt, da sie selbst auf mehreren Hgeln errichtet wurde.
Geschichte: Obwohl die Gegend bereits in der Antike besiedelt war, wird Blois zum ersten Mal durch Gregor von Tours im 6. Jahrhundert erwhnt. Bedeutung erlangte die Siedlung jedoch erst im 9. Jahrhundert als sie Residenz der gleichnamigen Grafschaft wurde. 1196 erhielt sie durch den Grafen Louis die Stadtprivilegien verliehen. Die Grafen der Chtillon-Linie residierten in Blois hufiger als ihre Vorfahren. Die ltesten Teile des Chteau (aus dem 13. Jahrhundert) wurden durch sie gebaut. 1429 errichtete Johanna von Orleans in Blois die Basis ihrer Feldzge des Entsatzheeres, um Orleans zu befreien. Nach seiner Gefangenschaft in England nahm Karl von Orleans 1440 Residenz im Chteau, wo 1462 sein Sohn, der sptere Ludwig XII., geboren wurde. Im 16. Jahrhundert wurde Blois zum Ferienort des franzsischen Hofes. Die Vertrge von Blois, die nur kurz die Italienischen Kriege unterbrachen, wurden hier in den Jahren 1504 und 1505 unterzeichnet.
Unter den Einwohnern der Stadt waren einstmals viele Calvinisten. In den Jahren 1562 und 1567 wurde Blois zum Schauplatz der Kmpfe zwischen den Anhngern Calvins und denen der katholischen Kirche.

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Donnerstag 09.09.2010

Als wir aufwachten, war der Bahnhof weg, zur Abwechslung mal kein Regen, sondern dichter Nebel. Wir frhstckten im Hotel, aber wieder eher drftig, Brot Butter und abgepackte Marmelade und das ganz fr 7 Euro pro Person. Wir wollten heute ein paar Schlsser "machen" und fuhren trotz des Nebels um 9.00 Uhr los und kamen kurz vor 10 Uhr beim unserem ersten Schloss an.

Schloss Chaumont Schloss Chaumont

Schloss Chaumont liegt sdlich der Stadt Blois im Ort Chaumont-sur-Loire im Dpartement Loir-et-Cher. Auf einer steilen Bschung hoch ber der Loire schaut es auf das Dorf, dessen Huser in einer langen Reihe am Flussufer stehen.
Geschichte: Bereits im Mittelalter gab es hier eine Burganlageaus dem 10. Jahrhundert. Vom 11. bis zum 19. Jahrhundert wechselte das Schloss mehrfach die Besitzer und wurde stndig umgebaut.
1875 kaufte die Erbin des Zuckerimperiums Say das Schloss und heiratete im selben Jahr den Prinzen Amde de Broglie. Das Ehepaar restaurierte die Schlossanlage umfassend und versuchte in dieser Umgebung einen Abglanz hfischen Lebens zu schaffen. Chaumont wurde zur Luxusresidenz, eingerichtet mit teuen Mbeln, Stofftapeten, Bildern und Kunstobjekten aus ganz Europa. Selbst die Pferde waren in luxurisen und perfekt organisierten Stallungen sehr edel untergebracht.

Schloss Chaumont Schloss Chaumont

Auch das Dorf profitierte davon: 1882 wurde die Kirche wieder aufgebaut, und die Bewohner erhielten groe Schenkungen. Leider starb der Frst und die Frstin heiratete einen verschwenderischen Grand Seigneur und die Wirtschaftskrise von 1929 verursachten den Bankrott der Familie. 1938 kaufte der Staat das Schloss und den zugehrigen, 17 Hektar groen Park. Das Schl0ss wurde restauriert, neu eingerichtet und fr das Publikum geffnet.
Schloss Chaumont vermittelt trotz der offenen Nordseite den Eindruck einer herrschaftlichen Festung. Die ltesten Teile sind der Westflgel, der groe Amboise-Turm und der erste Teil des Sdflgels aus dem 15. Jahrhundert in charakteristischem gotischen Wehrbautenstil.
Der weitere Aufbau hat bereits einen von der Renaissance geprgten Stil, der aber weiter die Wehrhaftigkeit betonte. Zu diesem Bauabschnitt gehrten der Sdflgel, das Eingangsschlsschen, der Ostflgel und die Kapelle sowie die groe Treppe auf dem Hof.
Die Rume des Schlosses erstreckten sich ursprnglich ber die ganze Breite der Gebude. Mit dem 18. Jahrhundert nderte sich Lebensweise, und brachte eine nderung der rumlichen Aufteilung mit sich. Die so entstandenen "Zimmer" des Schlosses sind heute als Museum mit Mbeln aus dem 16. bis 18. Jahrhundert eingerichtet.

Schloss Chaumont Schloss Chaumont

Wegen des Nebels oder der frhen Uhrzeit war am Schloss fast noch nichts los. Der Eintritt war ganz billig, weil wir Rolfs Schwerbehindertenausweis gezeigt hatten, fr Rolf die Hlfte und fr mich gar nichts als "Behindertenbegleitperson". Man drckte uns einen deutschsprachigen Beschreibungszettel in die Hand und so konnten wir ungehindert durch das Schloss laufen. Es war sehr interessant, viele alt eingerichtete Zimmer, ich habe noch nie so viele Betten fotografiert. Durch die wenigen Besucher waren wir teilweise ganz alleine unterwegs.
Wir hielten uns ber eine Stunde im Schloss auf, anschlieend htten wir auch noch den Garten besichtigen knnen, aber es war immer noch etwas neblig und somit khl, also verzichteten wir darauf und fuhren weiter nach Amboise, wo wir gegen 12 Uhr ankamen.

Schloss Amboise Schloss Amboise

Amboise ist eine Stadt an der Loire mit ca. 13.000 Einwohnern im Dpartement Indre-et-Loire, ca. 20 km stlich von Tours. Die Stadt wird beherrscht vom Schloss Amboise aus dem 15./16. Jahrhundert. Es war erst Residenz der Valois, dann ein Staatsgefngnis.
Einige Bauten der Schlossanlage entstanden am Anfang der italienischen Renaissance-Architektur in Frankreich. Der junge Knig Karl VIII. gab den Bau 1490 in Auftrag. Auch hier wechselten stndig die Besitzer, jahrelang diente das Schloss auch als Gefngnis. Nach der Revolution wurde Amboise enteignet und groe Teile der Anlage abgerissen. Die rechtmige Erbin, die Herzogin von Orlans, erhielt erst 1815 ihren Besitz zurck. Nach ihrem Tod im Jahr 1821 erbte ihr Sohn, der knftige Knig Ludwig Philipp, das Schloss mit allen Besitzungen von Amboise. Nach seiner Abdankung im Jahr 1848 wurde das Schloss erneut enteignet und war dann vier Jahre lang das Gefngnis fr den algerischen Freiheitskmpfer Abd el-Kader, bevor es schlielich 1873 wieder an das Haus Orlans fiel.

Schloss Amboise Blick vom Schloss Amboise

In Amboise waren die Tickets nicht ganz so billig, hier gab es pro Person nur 4 Euro Nachlass. Auch hier war es noch nicht sehr voll und ganz pltzlich wurde auch das Wetter schn, der Nebel hatte sich verzogen und die Sonne schien. Wir besichtigten in Ruhe das Schloss, auch hier bekamen wir wieder eine deutsche Beschreibung und konnten das Schloss alleine erkunden.
Nach der Besichtigung war unser Durst bermchtig und so tranken wir zunchst etwas in einem kleinen Caf, inzwischen war es auch schon etwas voller geworden. Dann wollten wir noch etwas in der hbsch anzusehenden Fugngerzone herumlaufen, war aber sinnlos, es waren schon wieder alle Geschfte wegen der Mittagspause geschlossen.
Also fuhren wir weiter Richtung Chenonceau, entdeckten auf dem Weg dorthin das Freilichtmuseum "Mini Chateaux" und beschlossen, es uns anzusehen.

Miniaturpark Loireschlsser Miniaturpark Loireschlsser

Der Miniaturpark Loireschlsser (frz. "Mini-Chteaux Val de Loire" oder "parc des mini-chteaux") ist ein Freilichtmuseum am Stadtrand von Amboise, das die 44 bekanntesten Schlsser der Loire zeigt.
Der Miniaturpark erstreckt sich ber eine Flche von zwei Hektar. Hier stehen 2000 Bonsaibumchen zwischen den Schloss- und Burgmodellen, die im Mastab 1:25 dargestellt sind, die gesamte Schlosslandschaft von der Loire, Indre, Vienne und Cher ist dort nachgebaut.
Die ganze Anlage ist sehr gepflegt, sehr liebevoll angelegt und so blieben wir viel lnger dort als geplant.
Zwischendrin immer wieder Bnke zum Ausruhen und auerdem waren wir fast die einzigen Besucher, es kam bei den einzelnen Modellen kein Gedrnge auf und wir konnten uns alles in Ruhe ansehen und auch fotografieren.

Miniaturpark Loireschlsser Miniaturpark Loireschlsser

Schlielich fuhren wir dann doch noch weiter nach Chenonceau.
Das Schloss Chenonceau ist ein Wasserschloss im franzsischen Ort Chenonceaux im Dpartement Indre-et-Loire. Das Hauptgebude steht - von Wasser umgeben - am nrdlichen Ufer des Cher, whrend die spter errichtete Galerie den Fluss berbrckt. Alljhrlich besuchen rund eine Million Touristen die Anlage und damit ist Chenonceau nach Versailles das meistbesuchte Schloss Frankreichs. Das "eleganteste, feinste und originellste der Loire-Schlsser" wird auch das Schloss der Damen (franzsisch: Chteau des Dames) genannt, denn es waren fast immer Frauen, die seine Geschichte und sein Schicksal bestimmten.

Schloss Chenonceau Schloss Chenonceau

Das Schloss besteht aus einem nahezu quadratischen Wohngebude, dem sich sdlich eine Galerie anschliet. Die beiden Gebude stehen im Wasser des Cher. Nrdlich davon steht der ehemalige Bergfried der Vorgngeranlage auf einer von Wassergrben umgebenen Insel. Auerdem gehren ein ehemaliges landwirtschaftliches Gut, eine Orangerie sowie ein Kanzleigebude und ein ehemaliger Wirtschaftstrakt zur Schlossanlage. Sie liegen alle nrdlich des Hauptgebudes. Dieses wurde bereits 1840 mitsamt der Galerie unter Denkmalschutz gestellt. Die Grten und der Park folgten im November 1962.
Schon am Eingang ein frchterliches Getmmel, Himmel und Menschen unterwegs. Zuerst wollten wir direkt wieder abfahren, blieben dann aber doch. Zunchst aen wir ein recht leckeres Sandwich (Baguette) mit Pat (schmeckte wie normale Leberwurst).

im Schloss Chenonceau im Schloss Chenonceau


Nach der Strkung Aufbruch zur Schlossbesichtigung. Es war berall rappelvoll und das Schloss hatte zudem noch ein Gerst. Ich war mchtig enttuscht von Chanonceau, ich hatte es als schnstes Schloss in Erinnerung, vielleicht lag es aber auch an den Menschenmassen. Das beste am ganzen Schloss war noch der untere Bereich, dort zeigten sie eine alte, vollstndig eingerichtete Kche mit wunderschnen Messingkochtpfen (der arme Mensch, der die alle putzen muss).
Erst wollten wir dort am Schloss noch etwas trinken, aber eine kleine Bchse Kronenbourg fr 3,50 Euro erschien uns doch etwas teuer und so gingen wir zurck zum Auto und fuhren zurck nach Blois.
Wir kamen gegen 17.30 bei unserem Hotel an, fanden auch direkt gegenber einen Parkplatz. Im Vorbeifahren hatte ich gesehen, dass das Bahnhofslokal noch geffnet war, dort konnten wir dann drauen sitzen und ein Pression trinken. Wieder im Hotel schrieben wir noch ein paar Ansichtskarten und gingen gegen 19.30 ins Restaurant Coba Lodge, das ganz in der Nhe des Hotels liegt, wir hatten keine Lust mehr auf lange Mrsche in die Stadt.
Das Restaurant war mehr ein Treffpunkt der Jugendlichen, das Ambiente sehr schn, das Essen schmeckte auch (nach Wunsch zubereitete gebratene Nudeln oder Reis) oder la Carte. Mein ausgewhltes Gemse und Fleisch wurde direkt im Wok zubereitet, ich nahm Sezchuan-Soe, die scharf sein sollte, war sie aber nicht, musste krftig nachgewrzt werden. Ein Erlebnis war das Klo, eine Atmosphre wie in einer tropischen Sommernacht im Freien mit Vogelgezwitscher. Alles in allem was Besonderes nur war das Ganze etwas berteuert.

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Freitag 10.09.2010

Aufstehen um 8 Uhr bei strahlendem Sonnenschein, Abfahrt um 9 Uhr nach Chambord.
Schloss Chambord (franzsisch Chteau de Chambord, historisch auch Chambourg) ist das grte Schloss der Loireregion. Es liegt ca. 15 Kilometer stlich von Blois in einem ausgedehnten frheren Jagdgebiet. Es wurde in der ersten Hlfte des 16. Jahrhunderts unter Knig Franz I. als Prunk- und Jagdschloss errichtet und gilt als das prchtigste aller Loireschlsser.

Schloss Chambord Schloss Chambord

Beim Regierungsantritt Franz I. war das Tal der Loire mit seinen Schlssern und Burgen das gesellschaftliche und kulturelle Zentrum des hfischen Frankreichs. Unter dem Einfluss des Knigs etablierte sich die Kunst der aus Italien stammenden Renaissance endgltig.
Neben dem Schloss von Fontainebleau war das 1519 begonnene Schloss Chambord das aufwndigste Projekt Franz I. Das Schloss von groer Bedeutung: Es sollte einerseits dem Hof als Jagdschloss dienen, und als Symbol der Macht die Leistungsfhigkeit und Strke Frankreichs zu demonstrieren - hnlich wie das Schloss Versailles des Sonnenknigs eineinhalb Jahrhunderte spter.
Der Baumeister des Schlosses ist unbekannt. Vermutungen, dass Leonardo da Vinci oder Domenico Cortona an den Plnen beteiligt waren, sind nicht geklrt. Mit dem Bau wurde 1519 begonnen und 1539, als der Knig dort Kaiser Karl V. empfing, war er immer noch nicht fertig.

Schloss Chambord Schloss Chambord

Eine Besonderheit des Schlosses ist die ungewhnlich reiche Dachlandschaft, die in dieser Form nahezu einzigartig ist. Der kreuzfrmige Grundriss wird ber den Eckappartements von vier steilen Pyramidendchern berragt, die direkt in die kegelfrmigen Dcher der Ecktrme bergehen. Wo sich in den darunter liegenden Stockwerken die kreuzfrmigen Korridore befinden, ist das Dach an dieser Stelle begehbar, so dass die Aufbauten, die aus diversen Dacherkern, Schornsteinen und Laternen bestehen, den Eindruck einer Stadtlandschaft vermitteln.
Durch das architektonisch konsequente nur nach gestalterischen Gesichtspunkten entworfene Konzept lstt des Schlosses jeglichen Wohnkomfort vermissen.

im Schloss Chambord im Schloss Chambord

Die Innenrume werden zum Teil durch offene Galerien an den Auenwnden verbunden, die groen Rume lieen sich durch die Kamine kaum erwrmen. Dennoch sind die (wenigen) sanitren Einrichtungen von erstaunlicher Raffinesse: die den Unrat in den Keller fhrenden Latrinen werden wie das groe Fkaliensammelbecken ber vom Keller bis auf das Dach fhrende Lftungsschchte entlftet, in denen der ber die dachseitigen ffnungen streichende Wind einen Unterdruck erzeugt und somit die Gase und Gerche ber des Dach abfhrt. Unter Moritz von Sachsen wurden einige Umgestaltungen an den Innenrumen vorgenommen, die nicht nur im Geschmack der Zeit neu dekoriert wurden, sondern durch hohe Kachelfen aus Sachsen nun auch besser zu beheizen waren.
Wir kamen gegen 9.30 Uhr am Schloss an und schon von auen war es einfach nur riesengro.
Da es wohl doch noch recht frh war, war wenig los und wir waren streckenweise wieder fast alleine in den einzelnen Rumen. Es ging treppauf und treppab, durch Trmchen und Flure bis hinauf aufs Dach. Stndig hatten wir das Gefhl, hier war ich schon mal, keine Ahnung ob wir alles gesehen hatten, in dem riesigen Gebude konnte man sich wirklich verlaufen.
Als wir nach fast zwei Stunden das Schloss wieder verlieen, kamen uns jede Menge Menschen entgegen, die nun hinein wollten, gut dass wir so frh da gewesen waren.
Eigentlich hatten wir uns noch ein Schloss vorgenommen, aber irgendwie war uns jetzt nicht mehr nach Schlssern und so fuhren wir nach Orlans.
Orlans ist eine Stadt an der Loire und ist Universitts- und Bischofssitz mit einer eindrucksvollen Kathedrale und hat ca. 120.000 Einwohner.
Geschichte: An der Stelle des heutigen Orlans existierte in keltischer (gallischer) Zeit der Ort Cenabum, der zum Gebiet der Karnuten gehrte und zusammen mit Autricum (heute Chartres) einer der Hauptorte dieses gallischen Stammes war. Die eigentliche Grndung erfolgte whrend der Regierungszeit des rmischen Kaisers Aurelian; der Name Orlans stellt eine lautliche Weiterentwicklung seines Namens dar. In merowingischer Zeit wurde Orlans in den Jahren 511 bis 613 kurzfristig zum eigenstndigen Knigreich, konnte nicht dauerhaft bestehen. Spter war es Teil einer Grafschaft. Zum Ende des Mittelalters, konnten die Herren von Orlans wieder den Titel "Herzog" erlangen. 1428 und 1429 war die Stadt im Hundertjhrigen Krieg letzte Bastion der Franzosen gegen die Englnder. Am 8. Mai wurde sie unter Fhrung von Jeanne d'Arc, die in diesem Zusammenhang den Beinamen "Jungfrau von Orlans" erhielt, von der Belagerung befreit. In der Neuzeit war Orlans der Name einer Seitenlinie der Bourbonen, die mit Louis-Philippe von 1830 bis 1848 auf den franzsischen Thron kam.

Kathedrale Orlans Kathedrale Orlans

In Orlans angekommen fuhren wir dem Schild "Centre Ville" hinterher, was uns tatschlich auch dorthin fhrte, wir fanden ein Parkhaus und stellten dort unser Auto ab. Es war mal wieder 12.30 und die Gschfte schlossen wieder alle zu ihrer Mittagspause, also machten wir auch Mittagspause. Es gab jede Menge Lokale, alle richtig voll, aber in einer war doch noch ein kleiner freier Zweiertisch zu finden. Da es wieder eine Art Pizzeria war, a ich Tagliatelle Arabiata, zwar nicht scharf, aber lecker gewrzt und Rolfs Pizza war auch sehr gut.
Nach dem Essen gingen wir zur bekanntesten Sehenswrdigkeit der Stadt, der Kathedrale Sainte-Croix d'Orlans (Heiligkreuzkathedrale) aus dem Jahr 1278. Sie befindet sich stlich der Place du Martroi und wurde an der Stelle einer aus dem 10. Jahrhundert stammenden Kirche erbaut.
Die Kathedrale hat viele tiefgehende Zerstrungen hinter sich. Orlans war im hundertjhrigen Krieg ein Zentrum der Auseinandersetzungen zwischen England und Frankreich, bis es vom 5.-8. Mai 1429 von Jeanne d'Arc befreit wurde, der die Stadt spter nicht nur ein Denkmal gesetzt hat, sondern der auch einige Fenster der Kathedrale gewidmet sind. Alljhrlich wird am 7. und 8. Mai ein Fest zur Erinnerung an diese glorreiche Befreiung gefeiert. Dann zerstrten Hugenottentruppen in der Nacht des 24. Mrz 1568 die Kathedrale bis auf das 3. und 4. Joch des Langhauses, so dass ein weitgehender Neubau ntig wurde. Und schlielich kamen im 2. Weltkrieg die Zerstrungen der deutschen und der amerikanischen Truppen hinzu. Alle diese Schden sind aber weitgehend restauriert.
Leider war um die Kathedrale herum alles Baustelle, durch die wir uns schlngeln mussten um berhaupt hinzukommen. Wegen ihrer Gre ist sie schon sehr beeindruckend, innen aber eher kahl und schmucklos, dafr hat sie sehr schne besonders farbenprchtige Fenster.
Nach Besichtigung der Kathedrale gingen wir durch die Altstadt in Richtung Loire. Wir kamen durch jede Menge "Fressstrassen" der Inder und anderer Asiaten und Araber, aber gegessen hatten wir ja nun schon.
In einen halb offenen Hof bte gerade eine Steelband, tolle, flotte Musik und wir hrten ihnen eine Weile zu.

am Ufer der Loire in Orlans am Ufer der Loire in Orlans

Schlielich gelangten wir ans Ufer der Loire und fanden auch dort jede Menge "Fressbuden" mit allen mglichen Kstlichkeiten, aber wir waren immer noch satt von unserem Mittagessen. Am Loireufer fand vom 4. - 12. September so eine Art Straenfest statt, es waren auch schon jede Menge Leute unterwegs, aber so richtig los ging es wohl erst am Abend.
Wir schlenderten am Ufer entlang schauten uns die Buden an und genossen das schne Wetter.
Nachdem wir am linken Loireufer hin gefahren waren, whlten wir fr die Rckfahrt das rechte Ufer, hatten zuerst aber etwas Mhe die richtige Strasse zu finden, da in Orlans die Beschilderung mal wieder nicht besonders gut war, wie so oft in greren Stdten. Als wir die Strae endlich gefunden hatten, war sie hsslich und furchtbar befahren und so versuchten wir direkt am Ufer der Loire entlang zu fahren. Wir kamen durch mehrere sehr vertrumte kleine Orte, aber irgendwann fhrte uns der Weg doch wieder auf die Nationalstrae.
Gegen 17 Uhr waren wir wieder in Blois an unserem Hotel und unser Durst trieb uns direkt in die Bahnhofskneipe.
Da wir immer noch keinen groen Hunger hatten, kauften wir in einer Patisserie irgendeine Quiche und ein Sandwich Pat. Letzteres sehr lecker, aber die Quiche muss wohl doch noch irgendwie warm gemacht werden, kalt schmeckte sie jedenfalls nicht.
Die Bahnhofskneipe hatte inzwischen geschlossen und so gingen wir doch noch in die Stadt und nahmen einen Schlummertrunk im Caf Anne.

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letzte Änderung: 20.11.2017 · Copyright © 2003 - 2018 by Angelika Rosenzweig