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Reisebericht Kykladen 2010 Naxos

Sonntag 06.06.2010

Griechenland Karte Abfahrt aus Paros Wir frhstckten wie immer um halb 9 und packten anschlieend unsere Sachen. Unser Wirt brachte uns zur Fhre, Abfahrt pnktlich um 11.55 Uhr, Ankunft in Naxos um 12.40.
Naxos ist die größte Kykladeninsel und im Vergleich zu anderen Kykladeninseln ist sie sehr fruchtbar. Sie wird von Norden nach Süden von einem Gebirge durchzogen, das nach Osten steil abfällt, aber an seiner Westseite in sanftes fruchtbares Hügelgelände und wasserreiche Ebenen übergeht. Die Mehrzahl der Bevölkerung beschäftigt sich mit Ackerbau und Viehzucht, so das die Insel ansehnliche Überschüsse exportiert. Hauptsächlich werden Wein, Olivenöl, Fleisch, Kartoffeln, Milch und Käse produziert. Außerdem wird im Bergbau Marmor und Schmirgel abgebaut.
Die Mehrzahl der Bewohner lebt im Hauptort Naxos und in den umliegenden Dörfern, der Südteil der Insel ist praktisch unbewohnt.
Geschichte: Erste Besiedelung durch Karer und Kreter im 3. - 2. Jt. v. Chr., im 1. Jt. folgten ionische Griechen, die im 6. Jh. v. Chr. ihre Herrschaft über Paros, Andros und andere Insel ausweiteten. Naxos gehörte zum 1. und 2. attischen Seebund, danach kam es an Ägypten, zeitweilig an Rhodos und dann an Byzanz. Im Jahr 1207 besetzte der venezianische Edelmann Marco Sanudo die Insel und machte sie zum Mittelpunkt des Herzogtums der zwölf Inseln, das bis 1566 bestand.
1579 kam Naxos unter die Herrschaft der Türken, von 1770 bis 1774 unter russische Verwaltung, behielt jedoch wie auch die anderen Kykladen eine gewisse Autonomie. 1830 schloss sich die Insel dem griechischen Königreich an.

Unser Hotel in Naxos Taverna Nikos

Wir nahmen uns direkt ein Taxi zu Studios "Katarina - Rosa" und sie hatten auch Zimmer frei. Wieder in dem Nebenhaus, wo wir schon mal gewohnt hatten, nur leider war direkt davor jetzt eine Baustelle eines neuen Hauses, wo frher ein freier Platz war.
Das Zimmer war aber ok und der Balkon war sogar wesentlich grer, als in unserem alten Zimmer.
Da wir Hunger hatten brachte uns Vangelis in eine Taverne zum Mittagessen, weil es dort besonders gut sein sollte. War auch nicht schlecht, aber die Portionen waren viel zu gro. Ich hatte Spaghetti mit Fleischbllchen, was aber 4 ausgewachsene Riesenbouletten waren (von wegen "Bllchen").
Das Restaurant war ganz in der Nhe des groen Platzes (Platia Protodikiou) mit den touristischen Tavernen und so tranken wir dort zunchst mal einen sehr notwendigen Verdauungs-Ouzo.
Wir versuchten mehrmals Noppe und Kerstin zu erreichen, irgendwann gelang es dann auch und wir verabredeten uns um 20 Uhr in der Taverne/Caf-Bar Captains an der Uferpromenade (Paralia).
Zuerst gingen wir jedoch zurck in unsere Unterkunft mit einem Abstecher in den Supermarkt, um Frhstckszutaten zu kaufen, packten dann unsere Sachen aus und richteten uns erstmal ein.
Wir machten uns danach auf den Weg ins Captains, hatten den Weg etwas unterschtzt, denn das Lokal war aus unserer Sicht am hinteren Ende der Paralia, fast direkt am Fhranleger. So kamen wir etwas zu spt und Noppe und Kerstin warteten schon auf uns. Wir konnten uns dann erzhlen, was wir bis dahin bereits erlebt hatten, was ein ganze Weile dauerte, so waren wir dann erst etwas spter zuhause und gnnten uns sogar ein Taxi.

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Montag 07.06.2010

Frhstck wieder um halb 9, auf unserem Balkon. Das Wetter lie immer noch etwas zu wnschen brig, es wehte wieder ein sehr heftiger und auch khler Wind, aber es regnete wenigstens nicht.
Also machten wir uns auf den Weg, erst mal so gucken, was am Strand so los war. Dieser war jedoch sehr dnn besiedelt, denn bei dem kalten Wind hatten nur sehr wenige Leute Lust in Badebekleidung herumzusitzen. Also wanderten wir weiter in Richtung Uferpromenade. Von der Promenade aus zweigen ein paar klein Gassen ab, die den Berg hinauf fhren und sehr schnell ist man in den kleinen engen malerischen Altstadtgassen mit vielen netten Geschften. In Kauflaune waren wir nicht, aber nur zum Anschauen war es auch sehr hbsch.

Kirche Agios Nikodimos kleine Kirche an der Platia Protodikiou


Irgendwie fanden wir aus dem Gassengewirr auch wieder heraus und landeten wieder auf der Paralia. Angelockt durch den leckeren Pittageruch stoppten wir an einer kleinen Taverne, die so ein wenig auch Imbiss war (Grillhouse Pikantiko) und lieen uns zu einer Pita Gyros verfhren, die auch sehr frisch und lecker war.
Wir fanden nun, dass wir genug herumgelaufen waren und gingen zurck zu unseren Zimmern und verbrachten den Rest des Nachmittags auf dem Balkon.

in der Chora von Naxos die Hafenpromenade

Zum Abendessen verlieen wir das Hotel aber doch noch mal, neben der Taverne vom Vortag gab es noch ein Restaurant namens Nikos Taverna, wo es Kaninchen Stifado gab, und das wollten wir probieren. Vorsichtshalber bestellten wir fr uns drei zusammen nur zwei Portionen, was auch vollkommen ausreichte, denn die Portionen waren wieder sehr reichlich bemessen.
Danach nahmen wir noch einen Absacker am Platz und auf dem Rckweg kauften wir noch weitere Zutaten fr unser Frhstck. Den Rest des Abends verbrachten wir auf dem Balkon und als es zu khl wurde in unserem Zimmer.

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Dienstag 08.06.2010

Am Strand von Naxos Schon bei unserem Balkonfrhstck stellten wir erstaunt fest, dass fast kein Wind wehte und es regnete auch nicht, also brachen wir gegen 10:00 zum Georgios Strand auf und mieteten uns drei Sonnenliegen mit zwei Schirmen und lieen uns nieder.
Ein kurzer Test mit dem Fu im Wasser ergab: Wasser zu kalt zum Baden fr uns. Am Strand liefen mehrere Chinesen herum, die Massage anboten, nicht so preiswert wie in Thailand, aber "mein" Chinese wusste was er tat, die Massage war wunderbar, eine Stunde fr 30 Euro. Gegen 13 Uhr stieen noch Noppe und Kerstin zu uns, denen das Wasser allerdings nicht zu kalt war.
Der Tag verlief ereignislos mit lesen und einem kleinen Snack in der Taverne. Wir verabredeten am Abend Noppe und Kerstin in Agios Prokopios zu besuchen und machten uns dann gegen 17 Uhr auf den Rckweg zu unserem Hotel.
Kurz hinter dem Strand auf einem etwas unwegsamen Weg stolperte Brigitte ber einen Stein und fiel im wahrsten Sinne des Wortes auf die Nase und schlug sich zudem noch die Stirn auf. Es sah ziemlich bse aus und wir wollten sogar zum Arzt fahren, aber sie wollte nicht. Also nur nach Hause und dann die Wunde und die Nase khlen.
Rolf fuhr dann alleine nach Agios Prokopios, denn ich wollte das etwas verbeulte Unfallopfer doch nicht gerne alleine lassen. Irgendwann bekamen wir Daheimgebliebenen dann doch Hunger und aen unser Frhstck fr den nchsten Tag auf.
Rolf war um 23 Uhr wieder da und wir machten noch einen Spaziergang zur Platia Protodikiou und tranken dort noch ein schnes gezapftes Bier.

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Mittwoch 09.06.2010

Frhstck wie immer. Da nun schon wieder Wind wehte und Brigitte aussah, als ob wir sie verprgelt htten, beschlossen wir, uns die Insel anzusehen und uns ein Mietauto zu nehmen.
Um 10 Uhr fuhren wir los, zunchst nach Agios Prokopios, aber dort bekamen wir die Auskunft, Noppe und Kerstin seien schon unterwegs. Also fuhren wir bis zum Strand und tranken im deutschen (!) Restaurant erst mal einen Kaffee, der erstens nicht schmeckte und zweitens sehr teuer war. Dann kam der Anruf von Noppe, dass sie doch noch in ihrer Unterkunft seien und so fuhren wir wieder zurck zur Taverna Perama und schauten uns mal die Anlage etwas genauer an. Ein sehr schnes Gelnde mit hbschen Ferienwohnungen, aber mir persnlich wre es zu abgelegen.

der Weg zum Demeter Tempel Demeter Tempel

Gegen 12 Uhr brachen wir von dort auf, um uns den bekannten Plakas Strand anzusehen, nun ein Strand eben. Wir versuchten dann eine Strae zu finden, die in unserer Karte eingezeichnet war und von Plakas wegfhrte, fanden die Strae aber nicht, nur kleine Stichstraen, die immer nur zu irgendwelchen Husern oder Hotelanlagen fhrten. Also fuhren wir nach Agia Anna zurck und von dort ber Kato Sangri und Epano Sangri (etwa 9 km sdwestlich der Naxos Stadt) zum Demeter Tempel.
Etwa 1,5 km sdlich von Sangri befindet sich dieser restaurierte Tempel der Fruchtbarkeitsgttin Demeter von 530 v. Chr. Dieser Tempel ist vollstndig aus Marmor im frhen ionischen Baustil. Die Restaurierung aus 1600 einzelnen Bauteilen wurde ab 1985 durchgefhrt. Unterschiedliche Innensulen sttzten eine aus Marmor bestehende Satteldachkonstruktion, die durch Marmorplatten abgedeckt war. Die Wissenschaftler suchten die weit verstreuten steinernen Bauteile des Tempels in der nheren Umgebung und fanden etwa 50 Prozent Originalteile wieder. Zum Aufbau wurden neben den vorhandenen Bauteilen neue Werkstcke aus Naxos-Marmor verbaut. Die Rekonstruktion wurde im Jahre 2001 abgeschlossen.

Taverne in Calki Destillerie Vallindras


Nach Besichtigung des Tempels fuhren wir weiter nach Chalki, ein groes Dorf mit etlichen gut erhaltenen klassizistischen Wohnhusern und einem idyllischen Platz. Auf diesem zauberhaften Platz gab es unter den Bumen die Tische und Sthle der Taverne "O Giannis". Wir hatten Hunger und so lieen wir uns dort nieder und bestellten die Spezialitt des Hauses, Schweinefleisch mit Pilzen und Paprika, zwar nicht ganz billig, aber sehr kstlich und lecker.
Nachdem wir uns gestrkt hatten, besichtigten wir noch Destillerie Vallindras und das kleine dazugehrende Museum. Der Kitron wird destilliert aus den Blttern (nicht den Frchten!) eines Zitrusbaums, den es nur in Griechenland gibt. Kinidaros Auf Naxos wurden die Bume bereits im 17. Jahrhundert kultiviert, doch gibt es derzeit nur noch etwa 2000 Pflanzen in geschtzten Grten. 1896 grndete Marcos Vallindras in Chalki die erste Brennerei und destillierte einen Likr, der es bald zu Ruhm und vielen Preisen auf internationalen Ausstellungen brachte - nach diesem, im Detail geheimen Rezept arbeitet die Familie mittlerweile in der fnften Generation noch immer und legt dabei hchsten Wert auf ein natrliches Produktionsverfahren, bei dem nichts vermischt oder chemisch erzeugt wird. Das Ziel ist anhaltend hchste Qualitt, nicht Menge und Umsatz. Der Kitron ist deshalb ein einzigartiges Getrnk und eine Attraktion der Insel, es gibt ihn auch nur dort zu kaufen.
Wir kosteten das von der Farbe her etwas knstlich aussehende Getrnk, es schmeckte etwas befremdlich, wir nahmen aber trotzdem eine Flasche als Andenken mit.
Fr den Rckweg nach Naxos Stadt whlten wir einen kleinen Umweg und fuhren ber Filoti, mit etwa 2000 Einwohnern die zweitgrte Gemeinde auf Naxos, und Apiranthos zurck. So fhrte uns unser Weg vorbei an Kinidaros, an einem Berg auf einer Hhe von 400 Metern gelegen, etwa 14 Kilometer von der Stadt Naxos entfernt. In der Umgebung von Kinidaros befinden sich Steinbrche in denen der Naxos-Marmor vom Typ "Alexander" gebrochen wird. Es handelt sich um einen grobkrnigen hellgrauen bis blulichen Marmor, einem der grobkrnigsten der Welt. Von der Strasse aus konnten wir wunderbar einen dieser groen Steinbrche sehen, in dem der Marmor stufenweise abgebaut wird.
Zurck in Naxos Stadt gingen wir zum Abendessen in das Restaurant Galini, wo wir uns 2003 immer so wohl gefhlt und gut gegessen hatten, aber irgendwie war es nicht mehr so gut, alles wirkte etwas lieblos und schmuddelig.
Den Rest des Abends verbrachten wir auf unserem Balkon.

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Donnerstag 10.06.2010

Vom Donnerstag gibt es nicht sehr viel zu berichten. An unserem vorletzten Tag wollten wir doch noch mal Strand haben, waren auch gegen 11 Uhr dort, gaben aber um 15 Uhr auf, denn es wehte wieder der kalte Wind und dadurch war es sehr ungemtlich.

Der Strand in Naxos Der Strand in Naxos

Bis zum Abendessen saen wir dann auf unserem Balkon herum und gingen dann wieder in die Taverne "Nikos", wo das Essen wie immer vorzglich war.

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Freitag 11.06.2010

Der Wind war wieder genauso wie am Vortag, also unternahmen wir erst gar keinen Versuch zum Strand zu gehen, somit fiel auch die Massage aus, die ich mir vorgenommen hatte.
Wir schlenderten mit einem kleinen Abstecher in die Altstadt die Promenade entlang in Richtung Portara.

Der Hafen in Naxos Tempeltor in Naxos

Auf der dem Hafen vorgelagerten einstigen Insel Paltia steht das Portara aus Naxos-Marmor. Es ist 5,95 Meter hoch und 3,65 Meter breit und das einzige erhaltene Bauteil eines Tempels. Im Verlauf der Geschichte wurde der unfertige Tempel als Steinbruch fr andere Bauten benutzt. Lediglich das schwere Tor wurde nicht abgebaut, mglicherweise aufgrund des hohen Gewichts. Im 6. Jahrhundert v. Chr. sollte ein groer Tempel fr Apollo errichtet werden, der jedoch nie fertig gestellt wurde. Erhalten sind heute lediglich das Tempeltor und die untersten Fundamente.
Das Tempeltor ist nur ber einen Damm erreichbar, den wir bis fast zum Aufstieg berquerten, aber wir hatten dann keine Lust bei dem Wind, der fast schon ein Sturm war, den Rest des Weges bis zum Tor zu bewltigen, zumal man das Tor aus einiger Entfernung viel besser sehen kann.

Die Chora in Naxos Promenade in Naxos

Also gingen wir an der Promenade zurck und kehrten wieder im Grillhouse Pikantiko zu einem kleinen Imbiss ein, auch wieder sehr lecker.
Dann hatten wir genug vom Wind, gingen zurck zum Hotel und packten schon mal unsere Sachen ein.
Abends trafen wir uns noch mal mit Kerstin und Noppe bei Nikos und genossen ein letztes Mal das kstliche Kaninchen-Stifado.

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letzte Änderung: 20.11.2017 · Copyright © 2003 - 2018 by Angelika Rosenzweig